Ergebnisse der Betriebsbefragungen
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Ergebnisse der Betriebsbefragungen

Wesentlicher Bestandteil des Projekts CheFsache Familie war eine repräsentative Befragung von Betrieben in Dithmarschen und Nordfriesland zu ihrer Familienfreundlichkeit im Januar 2005, durchgeführt von der Universität Flensburg, Internationales Institut für Management. Sie galt der Bestandsaufnahme: Wie bekannt und wie verbreitet sind familienfreundliche Maßnahmen in den kleinen und mittleren Betrieben Dithmarschens und Nordfrieslands? Inwiefern sind solche Maßnahmen erwünscht?

Ein weiteres Ziel der Befragung war die Aktivierung der teilnehmenden Betriebe, im Bereich der Familienfreundlichkeit tätig zu werden – sei es innerhalb des einzelnen Unternehmens oder in Zusammenarbeit mit dem Projekt CheFsache Familie. So gab es innerhalb des Fragebogens die Möglichkeit, Informationsmaterialien zu Themen wie etwa Arbeitszeitmodelle anzufordern oder sich um die Teilnahme an den im weiteren Projektverlauf geplanten Fallstudien zu bewerben.

Familienfreundliche Maßnahmen betreffen dabei nicht nur Fragen der Kinderbetreuung oder, wie ein Unternehmer aus der Region es nannte, den "Sandkasten auf dem Betriebsgelände". Es geht nicht nur um die Mütter – und auch nicht nur um die Väter. Es geht genauso um Mitarbeitende, die pflegebedürftige Angehörige zu versorgen haben. Familienfreundlichkeit kann somit auch ganz allgemein heißen, Arbeit so zu gestalten, dass den Mitarbeitenden eines Betriebs ein Familienleben – in welcher Form auch immer – möglich ist.

Eine Reihe der Reaktionen auf die Befragung sprach für sich: "Familienfreundlichkeit? Wie soll ein Unternehmer all diese Zuckersachen noch verdienen?" – "Wir stellen nur Mitarbeiter ein, die diese Probleme intern in der Familie lösen können." Auch der Rücklauf der Befragung fiel entsprechend gering aus: nur jeder zehnte Fragebogen kam ausgefüllt zurück.

Man könnte also annehmen, das Thema Familienfreundlichkeit sei in den Chefetagen der Betriebe in Dithmarschen und Nordfriesland noch nicht angekommen. Hält dieser Eindruck einer genaueren Betrachtung stand?

Ein Blick auf die Befragungsergebnisse korrigiert den ersten Eindruck. Es zeigt sich, dass es um die Familienfreundlichkeit der Betriebe in Dithmarschen und Nordfriesland besser steht, als die vereinzelten Reaktionen erwarten ließen: Immerhin 8 von 22 abgefragten Maßnahmen haben die Unternehmen im Schnitt umgesetzt. Darüber hinaus zeigten sich die Betriebe hochinteressiert an den Informationen zu den verschiedenen Maßnahmenbereichen: so wurde in knapp 55 % der zurückgesandten Fragebogen Informationsmaterial angefordert. Und immerhin 11 % der teilnehmenden Betriebe wollten den Worten auch Taten folgen lassen und bewarben sich um die Teilnahme an den Analysen und Organisationsberatungen im Rahmen der Fallstudien. Offenbar zeichnet sich kein einheitliches Bild zur Familienfreundlichkeit der Betriebe ab, und so scheint ein konkreter Blick auf die einzelnen Befragungsergebnisse erforderlich.

Den Bericht über die Befragungsergebnisse finden Sie unter dem Titel »Verbreitung und Bekanntheitsgrad familienfreundlicher Maßnahmen in Dithmarschen und Nordfriesland«